Kurzberichte aus dem Jahr 2011

 


Saisonschlussfahrt vom 26. Oktober 2011

Der Wecker läutet um 7 Uhr, die Saisonschlussfahrt steht vor der Tür. Noch müde schaue ich aus dem Fenster. Neblig, das Thermometer zeigt – und jetzt werden meine Augen schnell grösser – 5 Grad!
Hallo, am Donnerstag war ich noch am Meer bei 30 Grad, und jetzt? Egal: Waschen, Kaffee und ab in die Klamotten mit Zwiebeltechnik.
Um 8.45 Uhr treffe ich in Greifensee ein. Begrüssen, quatschen. Zur Auswahl stehen 4 Touren, Schwarzwald erhält den Zuschlag. Wir hoffen auf Sonne. 
Um 9.05 Uhr rauschen wir mit 7 Motorrädern und 2 Sozius ab in's Deutsche-Reich.
Wir fahren über Eglisau, Hallau, Stühlingen in Richtung Bonndorf. Die Mopeds mit Griffheizung, einen grossen Dank dem Erfinder. Nur mit dem nassen Nebel, der sich erbarmungslos auf dem Visier niederschlägt, aussen und innen, haben wir alle zu kämpfen.
Bei 3 Grad halten wir in einem mir unbekannten Dorf an und wärmen uns mit einem heissen Getränk auf. Nach dieser kurzen Pause geht's weiter. Langsam drückt die Sonne durch, endlich können wir die Höchstgeschwindigkeit dem Lande anpassen.
Eine GS hört sich ab 5000 U/min merkwürdig an, ist aber nur von kurzer Dauer. Es wird vermutet, es sei ein Freudenschrei über das schöne Wetter. Nun schnurrt sie zufrieden weiter. Kaum ist der Freudenschrei verklungen, wechseln sich Nebel und Sonne wieder ab.
Weiter nach Titisee-Neustadt zum Schluchsee in Richtung Bonndorf. Langsam macht sich der Hunger bemerkbar. So fahren wir Richtung Althütte über Häusern nach Todtmoos.
Im Restaurant Ratsstüble, bei Sonnenschein, lassen wir es uns gut gehen. Nach dieser Stärkung geht's weiter nach Hottingen, Oberwihl, Brunnadern in Richtung Waldshut-Tiengen, der Grenze entlang nach Kaiserstuhl im Aargau, wo's auch wieder einen richtig guten Kaffee gibt.
Nach diesem starken Trank verabschieden sich man(n) und Frau und gönnen nach der Heimfahrt ihren Mopeds den wohlverdienten Winterschlaf.
 
Vielen Dank an M.R. für die schöne Tour, mit Nebel, Bodenfrost auf den Wiesen und, wir wissen alle: wenn Engel reisen, fehlt auch nicht der
Sonnenschein !!!                                  Qu

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Südschwarzwald Tour vom 25. September 2011

1001 Kurve im Südschwarzwald
 
Die Borduhr zeigt 07:50 an, als die Yacht vom Comersee an der Tamoiltankstelle in Eglisau eintrifft. Dichter Nebel herrscht vor, ideales Schmugglerwetter – doch diesmal soll nichts geschmuggelt werden. Stephan hat wohl noch genügend Vorräte zu Hause, denn er ist der erste am Treffpunkt.
Kurz nach 08:00 Uhr, der offiziellen Startzeit, sind wir zu fünft und geben möglichen Nachzüglern, auf Grund des Nebels, noch etwas Zeit. Interessant sind die anwesenden Töffs: Alles Europäer, alles Zweizylinder, alle Luft/Öl gekühlt und immerhin aus zwei Nationen stammend. Aus unserem südlichen Nachbarland kommen die beiden V-Motoren und die drei Gegenlaufmotoren kommen vom nördlichen Nachbarn.
Eintrag fürs Logbuch: Start der Motoren um 08:18 Uhr, genereller Kurs Nordwest, noch immer Nebel. Gegen 08:35 wird die grüne Grenze bei Wasterkingen passiert und noch immer Nebel. Zehn Minuten und ein paar Kilometer später, ist der Nebel jedoch für den Rest des Tages Geschichte: Blauer Himmel und Sonnenschein erwarten uns.
Gegen zehn heisst es dann in Häusern Motoren aus: Kaffeehalt. Von der Terrasse kann man einen gediegenen Blick ins Albtal werfen und die wärmenden Sonnenstrahlen geniessen. Einer der Gegenlaufmotorenfahrer gibt Forfait und zieht sich nach Hause zurück, denn Zügeln am Vortag ist nicht Jedermanns Sache. Gute Besserung auf alle Fälle. Wir machen uns auf, die verbliebenen Kurven der versprochenen 1001 zu zählen.
So gegen Mittag, genauer in Todtmoos-Au haben wir dann die Kurve Nummer 500 gezählt und praktischerweise auch Kilometer 150 erreicht, an dem auch das Gasthaus Amboss steht. Seltsamerweise ist es jedoch mit einem grossen Schild angeschrieben, auf dem was anderes steht: „Die 2“.
Des Rätsels Lösung verbirgt sich im Innern: das eine ist das Gasthaus Amboss und das andere der Klondike Inn, quasi 2 in 1 Betriebe. Zur Auswahl stehen Schlachtplatte sowie andere Speisen, auch wenn ein paar davon schon ausgegangen sind. Sie wurden am Vorabend von einer grösseren Horde Töfflern heimgesucht – das gute Bier ist nämlich auch schon weg.
Das alkoholarme jedoch, das bleibt verschont und kann somit gekostet werden, zusammen mit zweimal Schlachtplatte (Blut- & Leberwurst + Kochspeck) und zweierlei Schnitzel. Von der Terrasse kann man sich auch immer wieder ein Ohr voll Motorensound gönnen: vom Geblubbere bis zum Gekreische wird alles geboten.
Für den Kaffeehalt am Nachmittag hat sich Maurizio noch etwas Spezielles ausgedacht. Nachdem wir die Kurve Nummer 777 gefunden haben, befinden wir uns auf dem Töffparkplatz der Brauerei Rothaus. Kaffee in einer grossen Brauerei, das ist doch mal was anderes, und auch wieder draussen im Garten. Wetter bisher einfach herrlich, ein Blick gegen Westen zeigt jedoch, dass es vielleicht noch nass werden könnte.
Um fünf vor fünf sind wir wieder am Start, bzw. dem Ziel in Eglisau. Exakt 300,5 Kilometer liegen hinter uns, und ob es wirklich 1001 Kurven waren, weiss ich nicht. Der Kurvenzähler hat sich nach der Nummer 999 verabschiedet und nur noch die Nullen gestreckt.

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2 in 1 Tour vom 11. September 2011

2 in 1 – so oder so
 
Ein paar Zahlen zu Beginn: 2 – 1 – 1 – 7 – 230. 
Und die Auflösung dazu: Das Kalenderblatt zeigt den 11. September, ein Datum mit historischem Charakter. Selten war eine 2 in 1-Tour so schwach besucht wie heute, so wurde sie kurzerhand in eine einzige Tour gewandelt. Das waren die Zahlen: 2, 1 und 1.
Pünktlich um neun Uhr, nach stärkendem Kaffee und Gipfeli, starteten die Motoren und auf ging es in den Norden. Im ersten Viertel der Strecke kam es immer wieder zu Umleitungen, bedingt durch verschiedene Veranstaltungen (darunter auch einige von/für/mit Töffs). Bei Diessenhofen wurde dann der Rhein überquert und weiter ging es kurzweilig der Biber entlang bis in die südlichen Ausläufer des Naturparks Obere Donau. 
Etliche Felsen sind von der Donauuferstrasse zu sehen: Prälaten-, Peters-, Pauls-, Altstadtfels und wie sie alle heissen. Beim Thiergarten (nein, kein Schreibfehler sondern altdeutsch) hatte es tatsächlich noch Tiere zu besichtigen, doch wir wollten noch etwas weiter. 
Beim Gutenstein ging es über die Donau nach Langenhart und dort nach Kreenheinstetten. Am Bischofsfelsen vorbei, erneut über die Donau gesetzt, und dann ein kleines Stück auf der Hohenzollernstrasse und das Bärenthal. Neuhausen ob Eck und der Schindelwald und das Hegau folgten.
In die Schweiz gelangten wir natürlich über Moskau, denn wir sind ja die rassige Tour gefahren und da liegt das locker drin. Kleine Einschränkung muss natürlich angemerkt werden, unser Moskau befindet sich im Kanton Schaffhausen an der Grenze und ganz nah an Ramsen. Das dort stattfindende Töffrennen tangierte uns nicht wesentlich.
Bei Stein am Rhein den besagten überquert und über Stammerberg, Nüfere bei Gütighausen die Thur gequert und schon bald war das Ziel in Sicht.
Hier durften die sieben Teilnehmenden eine Glace nach Wahl im Garten der geschlossenen Gaststätte geniessen, also absolut exklusiv. Das wäre die Auflösung für die Zahl 7 und 230 Kilometer waren es rund für diese Tour.
Sie führte uns in eine Gegend, die hier praktisch unbekannt ist und landschaftlich wie auch töfflerisch sehr viel zu bieten hat – ein weiterer Besuch ist nicht auszuschliessen.

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4 Tages- Tour vom 18. - 22 August 2011

Donnerstag
Trotz Baustellen um die Coop-Tankstelle herum treffe ich pünktlich am vereinbarten Ort ein und bin über die beiden anwesenden Harleys überrascht. Des Rätsels Lösung: Sie gehören nicht zu uns und sind alsbald von dannen gefahren.
Wenig später treffen sowohl Peter auf seiner Fazer und Ernst auf seiner GS ein. Nach kurzem Händegeschütteln geht es auf in Richtung Südost und etwas zeitsparend auf der Autobahn bis Thusis.
Auf dem Parkplatz der Raststätte werden wir schon von Diana und Stephan erwartet, gemeinsam geht’s zum Kaffee & Gipelihalt. Hell und modern präsentiert sich die Raststätte nicht nur von aussen, sondern auch von innen – was sich auch auf die Preise des angegliederten Shops auswirkt. Da ist ein normaler Kiosk ja direkt preiswert, und das will was heissen.
Auf dem Znüniplan stehen nun: Albulapass und Passo del Bernina. Im Val Poschiavo, genauer in Sfazu, machen wir Mittagspause und geniessen die Sonnenschirme und die noch moderaten Temperaturen. Kurz vor der Grenze werden auch noch die Töffs betankt und dann geht’s endgültig ab in die nördliche Lombardei.
Der Paso di Foppa (oder auch Mortirolo genannt) bildet sozusagen den ersten Höhepunkt auf dem italienischen Teil der Tour. Wir sind gut dran und so erreichen wir unser Hotel in Prestine, das auf der unteren Hälfte der Nordrampe des Paso di Croce Domini liegt. Natürlich wird der vorhandene Pool für die erste Abkühlung genutzt, die zweite erfolgte dann innerlich.
 
Freitag 
Für heute ist eine östliche Runde angesagt, vorbei an einigen Seen: Lago d’Idro, Lago di Valvestino, Lago di Garda und Lago di Ledro. Je länger der Tag dauert, desto mehr zieht es einem zu den Seen hin, zu einem erfrischenden Bad. Doch unser Tourguide zeigt kein Erbarmen, schliesslich sind wir zum Töff-fahren hier und nicht für Badeferien.
Etwas ist jedoch anders als am Vortag, eine Maschine weniger ist in Betrieb. Eine Person geht es heute wie auch am Folgetag stressfrei an: Man lässt sich fahren. Viel bequemer, entspannender und überhaupt… Damit ihr jedoch nicht langweilig wird, hat man ihr kurzerhand eine Fotokamera in die Hand gedrückt.
Auf dem Pässemenü stehen heute: Passo di Croce Domini, Goletto di Cadino, Passo del Maniva, Tiarno, Ampolapass, Goletto Gaver und nochmals Passo di Croce Domini. Es stellt sich bald heraus, dass die heutige Tagesleistung gekürzt werden muss, da viel zu enthusiastisch geplant. Also diese und jene Kurve raus, dafür diesen und jenen Tunnel dazu. Was soll's, die Tunnels sind angenehm kühl – eine kleine Wohltat im heissen Leder- bzw. Goretexkombi.
Nicht weiter erwähnt werden muss wohl, welcher Ort des Hotels als erstes aufgesucht wird.
 
Samstag
Tagesplan heute: die Westschleife. Also hinunter ins Tal, Kurs Nord und dann ab nach Westen ins Valle Paisco und den dazugehörigen Passo del Vivione. Landschaftlich ein fantastischer Pass, schmale Strassen, teilweise von Lärchen gesäumt und ansprechend zu fahren.
Der Seeadler vom Comersee hat mit einer dieser kleinen Spitzkehren Mühe, muss sogar zurücksetzen, um sie durchfahren zu können. Besagte Spitzkehre ist offenbar wirklich fordernd, eine nachfolgende GS wird dort von einem Sekundennickerchen überrascht. Doch die Retter (Aufsteller) sind bereits zur Stelle und auf der Höhe wird das lose Blinkerglas professionell mit Heftpflaster verarztet. Weiteres Ungemach kann nicht diagnostiziert werden, so dass es nach geraumer Zeit weiter geht.
Passo della Presolana, Brugai und Colle di Zambla sind die nächsten Höhepunkte, die es geschafft haben, dass wir San Pellegrino nördlich umfahren, ohne es zu bemerken.
Egal, wichtig ist eh nur der nächste Pass, sozusagen nach dem Vivione das zweite Highlight: Passo San Marco. 
Danach folgt dann für vierzig Kilometer die Tristesse der S38 und der Aprica. Das reguläre, braune schlichte Pässeschild können wir auch nicht finden, dafür eine kupferne Infotafel – doch die wollen wir eigentlich nicht finden.
 
Sonntag
Heute heisst der generelle Kurs wieder: Nord. Das heisst für uns Parco Nazionale dello Stelvio, jedoch ohne seinen Namensgeber zu befahren. Wir bleiben bescheiden und begnügen uns mit dem Passo di Gavia. Wie die Veranstaltung heisst oder was sonst der Beweggrund ist, dass sich die Einheimischen in Scharen auf ihn hinauf bewegen, können wir nicht in Erfahrung bringen. 
Nach dem Passo di Foscagno und dem Passo d’Eira kommt es in Livignio zu einem kurzfristigen Ausfall des MCG-Systems. Dank funktionierendem Mobilfunknetz kann dies jedoch korrigiert und das Mittagessen gemeinsam eingenommen werden.
Vorbei am Lago di Livignio geht es durch die Unterwelt des Munt la Schera, mit einer Temperatur von 13°C, in die Schweiz mit 35°C bis Susch. Hier am südlichen Fusse des Flüelapasses verabschiedet sich unser Tourguidepärchen. Sie setzen sich hier für eine weitere Woche Ferien auf dem Töff ab. Wir anderen geniessen die freie Fahrt über einen Flüela im Sonnenschein und blauem Himmel bis kurz vor Landquart.
Hier ist offizieller Tourschlusspunkt, es werden nochmals Hände geschüttelt und dann beinahe für alle auf getrennten Wegen nach Hause. Bis auf zwei, die für die nächsten hundert Kilometer gemeinsam unterwegs sind. Grund hierfür: les bagages.

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Early Morning Tour vom 14. August 2011

Sonntag früh morgens um 04:30 Uhr verstummen die letzten Besucher des nachbarschaftlichen "Gartenfeschtles" und Ruhe kehrt ein. Eine halbe Stunde später: Dunkel wird’s, der Mond scheint helle, als "La Signora" mit ihrem Lied beginnt.
Auf dem Seedamm ist es um 06:00 Uhr noch immer stockdunkel, denn der liebe Vollmond versteckt sich immer wieder neckisch hinter Wolkenbänken. Als die Signora eintrifft, sind bereits zwei Teilnehmer vor Ort, dank guter Reflektoren auch entsprechend sichtbar. Als es zehn Minuten später losgeht, sind wir zu acht und es wird auch schon hell. Die Nacht befindet sich auf eiligem Rückzug und wir mit forschen Drehzahlen auf dem Weg an den Vierwaldstättersee. Der Weg dahin über Etzel und Ibergeregg - friedlich und entspannend. Einfach herrlich, so in einen beginnenden Tag hinein zu fahren, bei noch angenehmen Temperaturen und ohne nervigen Verkehr.
Im Cafe am See hätte eigentlich noch ein neunter Töffler dazu stossen sollen, doch das für ihn geöffnete Zeitfenster verstreicht ungenutzt. Die Stimmung unter den Teilnehmern gut und natürlich kommen auch die neuen Töffs zur Sprache. Zum ersten Mal auf grosser Tour waren: BMW F650GS, Moto Guzzi Norge 8V und Triumph Street Triple. Wobei die Emozioni und die Coolness in vornehmem Weiss daher kommen.
Das Urner Tiefland wird im Schnellverfahren mittels Autobahn durchquert, und ab Amsteg geht es dann mit mehr Genuss zur Sache. Ab Wassen heisst es zum ersten Mal: Freie Fahrt. Da zeigt die Wölfin im Schafspelz, was Sache ist und weg ist sie. Gesehen wird sie jeweils wieder an den Sammelpunkten oder bei den selbst aufgebauten Fotofallen.
Susten, Grimsel und dann nach rechts, statt wie üblich links. Also nix mit Furka, dafür mit Nufenen und einem erweiterten Kaffee- und Tankstopp in Airolo. Hier stösst dann auch Nummer Neun zu uns. Wäre die moderne Kommunikation vollumfänglich genutzt worden, hätten wir uns bereits auf dem Grimsel getroffen. So sind wir zwar zeitgleich oben, jedoch etwa 200 Meter voneinander entfernt…
Tremola – auf Kopfsteinpflaster mit wenigen, dafür umso gemeineren Schlaglöchern – den Gotthard hoch. Oben kurz gesammelt und weiter in Richtung Norden. Kurz unterhalb der Passhöhe kommen uns die beiden historischen Postkutschen entgegen, eine riesige Autoschlange hinter sich herziehend.
Das Reusstal hinunter und dann bei Altdorf rechts auf den Klausenpass zu. Oben dann etwas enger als gewohnt, da Alpflohmarkt und kein wirklich brauchbares PP-Management. Dafür sonst noch immer wenig Verkehr und so erreichen wir den Endpunkt der Tour in Linthal etwas nach zwei Uhr nachmittags.
Bei kühlen Getränken und leckerem Glacé lassen wir es ausklingen. Etwa 320 Kilometer ab dem Seedamm liegen hinter uns. Die dunklen Wolken halten sich mit ihrer Lieferung zurück, so dass es jeder trocken nach Hause schafft.  

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Fyrabigtour vom 27. July 2011

Als meine Person so kurz nach 17.00 Uhr in Effretikon eintraf, standen da schon 10 Töffs der unterschiedlichsten Couleur. Bei der Begrüssung stellte sich dann heraus, dass vier von ihnen zu einer Fahrschule gehörten, die sich alsbald auf die Räder machten. So blieben noch ganze sieben übrig, die sich pünktlich um 17.15 Uhr auf den Weg in den Fyrabig machten.
Gemäss Tourguide gäbe es etwa hundertfünfzig Kilometer mit allgemeiner Richtung Schaffhausen – gemäss GPS-Log eher West-Schaffhausen und die Kilometerleistung stimmt.
Los ging es via Lindau, Nürensdorf durch's Eigenthal nach Embrach und weiter nach Rorbas. Es folgte die Teufener Bergstrecke mit ihren herrlichen Kurven und einem neuen schlaglochfreien Belag – welche Wohltat, diese Strecke endlich auch ohne Endurofahrwerk geniessen zu können.
Flaach, Nack, Jestetten und die L163 (mal in die entgegengesetzte Richtung als sonst) bis Bühl. Erzingen (nur wegen einer Umleitung durchfahren), Wilchingen, Hallau und ab auf die Höhe. Allerdings nicht die bekannte Bergstrecke, nein, es ging in Richtung Wunderklingen, Eggingen. Richtung Nord, also Mauchen, untere Alp, links weg Illmühle und dann das Steinatal hinunter bis zur Steinachmühle. Wieder mal links nach Mauchen, weiter nach Stühlingen und Schleitheim ins Restaurant Löwen.
Bisher war der Himmel blau geblieben, wärmende Sonnenstrahlen und sehr wenig Verkehr. Dies veranlasste uns zu fragen, ob wir nicht draussen im Garten essen dürften. Wir durften und lockten damit auch noch andere ins Freie der lauen Sommernacht. Natürlich wurde auch hier die bunte Sammlung an Töffs begutachtet und Puristen dürfen sich nun in die Haare kriegen, ob ein Roller mit 400 cm3 als Töff betrachtet werden darf. Turi dürfte das egal sein, ihm ist wichtig, einfach und bequem zu fahren. Das erfüllt der Honda Silverwing T400 allemal, zudem genügend Stauraum schon mal serienmässig an Bord.
Nach der Pause ging es auf der Kantonsstrasse Nr. 14 weiter nach Neuhausen am Rheinfall und dort ganz nahe an den Rhein. Nohl heisst es dort, und fährt man weiter, kommt man nach Altenburg und dort über den Rhein nach Rheinau. Es folgten Ellikon, Flach, Berg und Buch am Irchel, Bebikon und Tössalmend. Schlusshalt beim grossen Kreisel, es ist tatsächlich noch hell, trotz ein paar drohenden Wolken, und noch immer trocken. Die Hände werden geschüttelt, gerätselt, ob Autobahn oder nicht, und plötzlich ist man wieder alleine.
Mein Dank an den Tourguide für eine gelungene Abendrunde, die mir Bekanntes mal in anderer Richtung zeigte. Einen ganz schönen Moment durfte ich auch erleben, als mich im Schein der Abendsonne ein kleiner junger Mann mit dem glücklichsten Gesicht anstrahlte. Doch so klein und jung war er in Wirklichkeit nicht mehr, doch die Freude in den Augen sagte mehr als tausend Worte.

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2 Tages Tour vom 9.+10. July 2011

Iffigenalp – i dä Lenk dänk
Eine zweitägige Wochenendtour steht auf dem Programm, auf die Alp (1584 Meter über Meeresspiegel) soll es gehen. Damit wir den beschwerlichen Weg mit mehr Freude in Angriff nehmen, ist am Sonntag der Alpbrunch angesagt.
Eine Bergtour beginnt, wie soll es auch anders sein, im Tal und in unserem Falle auf zwei Meter über Zürichseespiegel, auf dem Damm. Zu den Wanderfreudigen an diesem Samstagmorgen zählen: 7 Mitglieder und der Bergführer S. R. Wobei sich die beiden S etwas Zeit liessen, beim Besammeln. Vielleicht lag's ja am verwendeten Fuhrwerk: Zweizylinder-Boxermotoren. Nebst diesen waren noch vertreten: zweimal R4, einmal T2 und einmal V4 – egal, ans Ziel brachten sie uns alle.
Schliesslich ging es forschen Ganges los, über den Etzel und die kleine Schotterpiste nach Egg. Kieselsteine sind das eine, Schlaglöcher das andere – und die mag keiner wirklich. Es folgte Ibergeregg und eine erste Strapaze für den begleitenden Papparazzo. Erfolgreich räuberte er sich durch die Kurven davon, nur um an geeigneter Stelle die Linse in Position zu bringen und gnadenlos den Auslöser zu drücken. Es gelang ihm immerhin auf der Berg- und Talfahrt, was nicht immer ganz einfach war.
In Gersau Kaffeehalt und gemütlich auf die "Tellsprung" warten, die auch nicht mehr die Jüngste ist. Gebaut wurde sie nämlich im Jahre 1929 am Zürichsee und die erste kommerzielle Fahrt fand dann ein Jahr später statt. Ihre heutige Form erhielt sie 1964, als sie ordentlich "aufgepimpt" wurde und als "Tellsprung II" in Betrieb ging. Für ihre 82 Jahre ist sie noch ganz gut im Schuss und uns bringt sie wohlbehütet ans andere Ufer. In der Seemitte noch ein überraschendes Treffen der Generationen und Elemente: "Tellsprung" auf Vierwaldstättersee trifft Lockheed Super Constellation auf niedrigem Probeflug.
Aecherlipass, Brünig, Beatenberg, Thun, Simmental und Lenk heissen die nächsten Stationen. Beinahe vergessen, Mittagshalt war ein lauschiges Picknick am Brienzersee. Dort hiess es auf das Fahrzeitfenster zu warten und dann ging es hoch. Eine schmale Kiespiste mit Spitzkehren (die freundlicherweise asphaltiert waren) ging es an den berühmten Iffigenbachfällen vorbei auf die Iffigenalp.
Die über hundertjährige, komplett aus Holz erbaute Dependance hat ihren eigenen Charme, dem alle erlegen sind. Das Abendessen war, was die Qualität anbelangt, ein Traum sondergleichen. Natürlich schraubte das die Erwartungen für den Brunch am nächsten Morgen höher.
Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun. Schritte wurden nicht gemacht, dafür ordentlich rumgehüpft, schliesslich stand da zwischen Alpwirtschaft und Dependance ein Trampolin. Was es mit der "Arschbombe N° 1 des Clubs" auf sich und wer sich diesen Titel erworben hat, steht an einer anderen Stelle.
Sonntagmorgen: Blauer Himmel, Sonnenschein, etwas kühl und Kuhglockengebimmel. In aller Ruhe aus dem Bett, gepackt, denn auf dem Tagesbefehl hiess es: Abfahrt um 10:00 Uhr. Der Brunch und sein Angebot schlug vieles bisher Dagewesene. Sechs verschiedene Brotsorten, nebst den natürlich hausgemachten Züpfe. Diverse Konfitüren, Honig sowie frischen Hobelkäse, Schinken, Speck, Rühreier, Rösti und einiges mehr. Kein Wunder waren eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn alle Plätze besetzt (Reservation war Pflicht), und den Gesprächen nach mehrheitlich Mehrfachbesucher. Schön daran war auch, dass während des ganzen Brunches nichts ausging.
Tagesprogramm heute sah vor: Jaunpass, Gurnigel, Schallenberg und Entlebuch mit Seenland. Über den Jaun konnten wir die Pferde ohne Gewissensbisse etwas springen lassen. Auf der westlichen Seite an seinem Fusse kam uns dann der freiburgische Slow-up in die Quere. So hiess es denn, den Lac de la Gruyère grossräumig zu umfahren. Das Wetter begann auch sich von der launischen Seite zu zeigen und begann mit leichtem Regen, der gelegentlich in Niesel überging.
Die Begeisterung für den Gurnigel hielt sich somit in Grenzen, dadurch wurde der Plan etwas geändert: Gurnigel ja, Kaffeestopp, Tankstopp mit Händegeschüttel, und dann Autobahn individuell nach Hause.
Ha, es hat keiner bereut! Denn die Strassen auf den Berg hinauf, die waren trocken! Kaffeehalt wurde dann, nach einem Blick nach draussen, etwas verlängert: Es goss in Strömen. Die noch verbliebenen Punkte wurden plangemäss abgearbeitet.
Fazit: Wer zu Berge geht, sollte auch Regenkleidung dabei haben (die hoffentlich auch dicht ist). Danke dem Bergführer für die Fahrt in unbekannte Gefilde, die mich sicherlich nicht zum letzten Male gesehen haben werden.

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Tag der Ausfahrt vom 1. Mai 2011

Wir schreiben Sonntag, den 1. Mai – ist doch klar: Tag der Ausfahrt. Oder etwa nicht? Von einem anderen Tag will hier doch niemand was wissen, das ist ja wohl klar.
Am Treffpunkt in Meilen bei der Fähre fanden sich einige Frühstarter ein, Genaueres zum Warum konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Vielleicht lag's auch nur an den angenehmen Temperaturen und einer schmackhaft angekündigten Ausfahrt, die erst noch mit einer Seeüberquerung startet. Also so richtig gemütlich in den Morgen hineinkreuzen, mit einer frischen Seebrise im Haar...
An der Südküste gesellte sich dann noch ein Fahrer auf herzöglichem Gefährt zu uns und so waren wir denn nun komplett: 13 Humanoide und 10 Vehikel, deren Mehrheit mit vier Zylindern musizierten. So ging es schliesslich mit einem Umweg, dank einer neuen Baustelle, in Richtung Chlausen mit seinen 660 Metern (nein, kein Verschreiber, dieser Ort befindet sich auf dem Horgenberg). Weiter durch den Sihlwald und das Sihltal nach Langnau und dort links hoch auf das bzw. in's Aeugstertal und weiter Knonaueramt.
In den Niederungen von Lorze und Reuss erfolgte der Kaffeehalt, natürlich draussen unter blauem Himmel und Sonnenschein. Die Stimmung gut, obschon ein Blick in die zukünftige Fahrrichtung vereinzelte dunkle Wolken zeigte.
Weiter ging es nach Südwest, Freiamt, südliche Ausläufer des Lindenbergs im Emmental und von dort aus auf den Glaubenberg. Man konnte die Pferdchen etwas springen lassen und der freundliche Papparazzo am Wegesrand wollte diesmal nur gute Bilder machen, ohne einen bösen Hintergedanken. 
Während der Mittagspause kam die himmlische Waschküche auf die Idee, einen kurzen Schonwaschgang durchzuführen. Mit folgendem Resultat: die Töffs waren nass, jedoch nicht wirklich sauberer geworden und wegen zu niedriger Temperatur war das Programm beim Start in den Nachmittag auch noch nicht ganz fertig. Vielleicht sollten die himmlischen Wäscher mal bei einem gewissen Ingenieur nachfragen, damit das auch klappt.
Den Glaubenberg verliessen wir auf dieselbe Seite, auf der wir schon hochgefahren sind. Bei Hasle links den Berg hoch, einer kleinen und feinen Hochtalstrasse bis Wolhusen folgend. Herrliches Panorama und faktisch null Verkehr – natürlich wieder unter blauem Himmel. Weiter passiert wurde der Soppensee und die Windblose, am Südende des Baldeggersees vorbei und wieder über den Lindenberg. Bei Mühlau wurde erneut die Reuss gequert und geendet hat diese Ausfahrt mit einem kombinierten Glace- und Kaffeehalt auf der Albispasshöhe.
Vielen Dank an T.G und M.G für diese schöne Ausfahrt durch die luzernischen und zugerischen Hinterhöfe.

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Saisoneröffnung vom 10. April 2011

Die Affen rasen durch den Wald
Das wollen wir sehen.
Es war ein schöner Sonntagmorgen, dieser 10. April 2011. Viele waren gekommen, um die erste Ausfahrt des MCG zu geniessen. Aufgrund des Erscheinens von ein, zwei, vielen … (mehr als fünfzehn) Teilnehmern entschied sich der Tourenguide, eine „Abkürzung“ zu nehmen: Fünfzehn Kilometer länger als der kürzeste Weg!
Zuvor aber noch die übliche Diskussion: wer macht den Schluss? R, S oder doch K? And the winner is: – K.
Viele Kurven später (Fehraltdorf / Kollbrunn / Dickbuch … um nur einige zu nennen), vorbei an Frauenfeld, standen wir kurz von Stein am Rhein! Standen vor den Zapfsäulen – schliesslich wollen wir ja Töff-fahren und nicht Töff-stossen J. Und mit Räppli geht das besser als mit Cent. Und zwischendurch noch eine Cafi- und Glace-Pause.
Weiter ging es wie die Eisenbahn: über Schienen und den Schiener Berg nach good old Germany. Zwischen Singen und Radolfzell hindurch zur Insel Mainau. Oder besser in den Stau vor dem Rotlicht zur Mainau. Mir wär das zu warm. Aber Gott sei Dank haben wir ja bald eine Fähre und auf dem Wasser ist es kühler.
Gleich nach der Fähre hart links halten – Tourenguide hatte uns gewarnt. Einmal kurz auf's Gas und schon sind wir da. Zuerst mal stärken: Schnippo, Suppe, Kuchen – was das Herz begehrt. Schnell bevor die grosse Meute kommt – grade noch geschafft – das war knapp.
Nach einer ausgiebigen Mittagsruhe haben einige noch die Runde durch den Wald gemacht.
Affen schauen – keine besonderen Vorkommnisse – alle wieder da.
Auf Richtung Oberland. Gut, da sind noch ein paar Kurven – merci vielmals – nur habe ich mir nicht alle gemerktL. Plötzlich links weg, um wieder den Schiener Berg zu geniessen.
Kurz danach die grosse Frage: Wo wollen die beiden denn heute noch hin? – Die könnt ja sogar ich mit JD überholen. Müsst vielleicht doch noch einen runterschalten?
Das ist halt das Problem mit den Gradauseisen: kein Stress – ich kann auf eine Chance warten. Sorry.
Und schon wieder tanken – ja JD, und andere haben halt einen Tank wie die Blase eines Kanarienvogels. Nach Fünfzehn Litern ist er trocken. Zurück über Frauenfeld und Elgg nach Turbenthal. Danke auch an den Cabriofahrer, der uns entschleunigt hat.
Noch ein Berg und es gibt Glace für – fast – alle. Das Alpenrösli ist offenbar nicht nur für den MCG ein beliebter Schlusshalt.
Merci lieber Tourenguide – verfolge Dich gerne mal wieder unauffällig.
TK

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Besuch des AKW Beznau vom 27. Februar 2011

Auf dem Programm stand der Besuch des AKW Beznau. Total 14 Mitglieder wollten erfahren, wo unter anderem der Strom produziert wird, der zuhause aus der Steckdose kommt.
Der Besuch begann im AXPORAMA beim Schloss Böttstein, wo wir einiges über die Energieversorgung der Schweiz, alternativer Energie etc. erfahren haben. Das täglich geöffnete AXPORAMA ist auf alle Fälle ein Besuch wert.
Nach der Einführung fuhren wir die kurze Strecke zum AKW. Danach eine Sicherheitskontrolle, bei der einer von uns noch speziell auf Sprengstoff untersucht wurde. Weiter ging es durch den Metalldedektor auf das Gelände des AKW. Leider waren Handys und Fotoapparate auf dem Rundgang nicht erlaubt. Nach der Besichtigung des Zwischenlagers (hinter verbleiter, 40cm dicker Glasscheibe) besichtigten wir den Kommandoraum. Hier konnte uns Maurizio sehr viel Interessantes erzählen, ist es doch unter anderem sein Arbeitsplatz.
Später ging's in den Maschinenraum, wo wir die Turbinen und Generatoren (noch alte schweizer Handwerkskunst) bestaunen konnten. Interessant war unter anderem auch, dass gewisse Maschinen auf riesigen Federn stehen (die uns zwar an unsere Motorräder erinnern, aber ganz bestimmt ungeeignet wären).
Speziell beim AKW Beznau ist, dass der markante Kühlturm fehlt, da die Kühlung durch die Aare erfolgt. Das aus dem AKW austretende Kühlwasser ist ca. 9 Grad wärmer…!
Dieser äusserst interessante Besuch hat uns doch einen kleinen Einblick in die Atomenergie gegeben und hätte nicht aktueller sein können, wenn wir die Ereignisse in Japan und die Atomdiskussion in der Schweiz verfolgen. Wir sind gespannt, wie das alles weitergeht, freuen uns vorläufig aber auf die bevorstehende Töffsaison
S R
Präsident Motorrad Club Greifensee

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